Sangeeta-Marma-Yoga Grundlagen

 

Grundlagen

Sangeeta-Marma-Yoga

 

Übersicht:


Begriffsdefinitition zu Sangeeta-Marma-Yoga

Sangeeta-Marma-Yoga ist eine moderne Form des Yoga.

Das Wort Sangeeta (Sanskrit,m.,: संगीत: Gesang, wörtlich aus dem sanskritischen sam = zusammen, und gîta, p.p.von gâ, gâyati, gâti = gesungen.

Marman: wörtlich das Objekt einer tödlichen Tat oder Verletzung (siehe Marma-Yoga);

Yoga: Verbindungen schaffen, koppeln

Demnach zeigt Sangeeta-Marma-Yoga Verbindungen zwischen möglichen oder tatsächlichen Verletzungen des eigenen menschlichen Organismus auf, wenn man beim Üben den eigenen Körper in Gefahrensituationen bringt, mit Gedächtnisanteilen die in der Protein-Synthese im Zentralen Nervensystem verankert sind:

Bei Störungen dieser Verbindungen werden dem Übenden die Möglichkeiten der musikalischen Erfahrung über sein Hörsystem und das Hören bzw. der musikalische Ausdruck seines Selbst in der Instrumentalmusik oder im Gesang genommen oder zumindest eingeschränkt. Sangeeta-Marma-Yoga zeigt Wege zur Überwindung solcher Störungen, solange die Verletzungen noch kein Sterben lebenswichtiger Anteile des Gehirns des Übenden für seine eigene Musikalität verursacht haben.

Ursprung und Geschichte

Die Anfänge des heutigen Sangeeta-Marma-Yoga sind im Aufkommen der Schiva-Musik zu suchen, welche sich laut der vergleichenden Musikwissenschaft bereits sechstausend Jahre vor unserer Zeitrechnung in den Urwäldern Indiens ihren Ursprung nahm (Alain Danielou). Das alte autochton-schivaitische Musik-System, welches noch im Süden des Landes einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der indischen Musik ausübt, war allem Anschein nach stark auch im Nordwesten- Indiens bis hin zum 12. Jhdt., dem Jahrhundert des Beginns der Herrschaft der moslimisch-persischen und moghulischen Kultur im Norden Indiens vertreten. Bis heute lassen sich über die noch lebenden Vertreter des schivaitischen Tantrismus die Verbindungen, welche diese Schiva-Musik zwischen dem Nordwesten und dem Süden Indiens über die Jahrhunderte der moslimischen Herrschaft unterhielten, verfolgen (B.Bäumer).

Schiva ist der Gott des Krieges, der Zerstörung, des Weinens (Rūdra), der Krankheit und des Elends. Er ist auch der Gott des Tanzes, des Gesanges und der Musik in dieser Kultur der Urbevölkerung Indiens.

Besonderes Charakteristikum der Schiva-Musik

Auch für indische Verhältnisse ist die Schiva-Musik darin einzigartig, insofern sie jeder auf-steigenden oder absteigenden Folge von Tönen einer Tonleiter (Thāta) und auch die daraus entstehenden Râga eine männliche und eine entsprechende korrespondierende weibliche Stimmung zuordnet. Bei diesem Paar von Tonleitern jeweils bleiben die Vādi (sprechend,tönend) und die Samvādi (mit-sprechend, mit-tönend) gleich, die anderen Töne dazwischen liegen entsprechend der männlichen und/oder der weiblichen Stimmung , der sie Ausdruck verleihen sollen, hier und da um einen halben Ton höher oder tiefer.

Zum Verständnis von Vādi und Samvādi kann man vergleichsweise die Tonika und die Dominante der westlichen klassischen Musik heranziehen, ohne diesen Vergleich allzu sehr zu strapazieren.

Interessant ist im Haţha Yoga (Sanskrit:wörtlich dem Yoga der Gewalt),welches auch aus dem tantrischen Schivaismus im 11./12. Jhdt. hervorgeht, die Darstellung der innerkörperlichen Empfindungs- und Stimmungskanäle, welche als Tonkanäle oder Nādis bezeichnet werden , von denen lediglich zwei, die Îdā und die Pingalā als weiblich-männliches Paar hervor gehoben werden. Die restlichen 12 Nādis sind nicht in Geschlechtspaare eingeteilt. Dies deutet darauf hin, wie R.Lobo dies plausibel erläutert, dass die Nādis des Haţha-Yoga den Stimmungskorrelaten von neuro-hormonellen, neuro-humoralen und physiochemischen innerkörperlichen Rezeptor-Effektor-Erregungs-Zuständen theoretisch benennen wollen, um die Vorsichtsmaßnahmen bei Eingriffen auf diese Abläufe im Falle ihrer Verletzung z.B. auf dem Kriegsschauplatz (siehe Vaśişţha-Samhitā, Suschruta : Schalya-Tantra) verständlich zu machen. Übertriebene Empfindlichkeit entsteht nämlich in diesen Nādis bzw. Empfindungslosigkeit bei Verletzungen in den ihnen zugeordneten Marmas (siehe Marma-Yoga).

Erst in den Jahren seit 1990 bis heute hat sich im Austausch mit den Neurowissenschaften eine Erhellung der Zusammenhänge der Schiva-Musik für die westliche Welt ergeben. Das Wort Marman bekommt eine präzisere Übersetzung im Sinne der ursprünglichen Marma-Lehre des ersten indischen Chirurgen des Altertums Suśruta. So bedeutet Marman (wie übrigens das Wort Karman = Objekt eines Tätigkeitswortes) eine tiefsitzende Erinnerung an eine tödliche Verletzung des eigenen autobiographischen Selbsts oder der autobiographischen Selbste anderer einem nahe stehenden Menschen.

Die Heilung von Verletzungen des menschlichen Organismus gestaltet sich ohnehin in komplexen Abläufen des mentalen, des psychischen und des körperlichen Immunsystems. Diese Abläufe werden

Solche Verletzungen sind tief sitzend in den für die Protein-Synthese zuständigen Katalysatoren/Enzymen im deklarativen und prozeduralen Gedächtnis des Sangeeta-Marma-Yoga-Übenden verankert und diese moderne Yoga-Technik vermittelt dem Übenden den Schlüssel zur Öffnung und Verwaltung der Kommunikationswege zwischen den beiden Gedächtnis-Archiven. Diese Kommunikationswege werden Nādis oder die Gedächtnisse übergreifende inner- sozio-psycho-physiologische Tonkanäle genannt, welche außer bei Îdā und Pingalā männliche und/oder weibliche Prägungen haben können.

In der realen Öffnung dieser Kommunikationswege in der Analyse der musikalischen Träume der einzelnen Yoga-Übenden mit sich selber versucht R.Lobo ihnen die Bedeutung der Siddhis oder außersinnlichen visuellen und auditiven Wahrnehmungen des sogenannten Kundalini-Yoga begreifbar zu machen. Die Ausleuchtung des Kundalini-Yogas als okkulte Wissenschaft von der Erlangung übernatürlicher Kräfte wie des Hellsehens und des Empfangs göttlicher Botschaften aus dem All hält er für einen Irrweg in der Verdolmetschung der ursprünglichen Techniken des Hatha-Yoga.

Literatur

– Alain Danielou: Einführung in die indische Musik, Internationales Institut für vergleichende Musikstudien, TB zur Musikwissenschaft 36, Heinrichshofen 1975, ISBN 3-7959-0183-9
– P. Michael Hamel: Durch Musik zum Selbst, wie man Musik neu erleben und erfahren kann, dtv/ Bärenreiter, 4. Auflage 1986, ISBN 3-423-01589-6 (dtv) ISBN 3-7618-1589-1 (Bärenreiter)
– Bettina Bäumer: Abhinavagupta, Wege ins Licht, Texte des tantrischen Śivaismus aus Kaschmir, Benziger, Zürich 1992, ISBN 3-545-20702-1
– Bettina Bäumer: Vijňāna Bhairava, das göttliche Bewußtsein, Verlag der Weltreligionen, Frankfurt a.M. Und Leipzig, 2. Auflage 2004, ISBN 978-3-458-72006-1
– R.Lobo: Traum und Karma im Ayurveda, Philosophie und Praxis, Diederichs Gelbe Reihe, München 1990, ISBN 3-424-01022-7
– C.T. Kenghe und G.K. Pai: Vaśişţha Samhitā, Kaivalyadhama S.M.Y.M., Lonavla 1969
   
Wichtig zu lesen in diesem Zusammenhang wären die neueren Bücher von Neurowissenschaftlern über Gehirnverletzungen und Musik:
   
– Oliver Sachs: Der einarmige Pianist - über Musik und das Gehirn, Rowohlt 2008, ISBN 9783498 063764
– Robert Jourdain: Das Wohltemperierte Gehirn – Wie Musik im Kopf entsteht und wirkt. Spektrum, Heidelberg.Berlin 2001 ISBN 3-8274 -1122 – X
– Manfred Spitzer: Musik im Kopf – Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk, Schattauer, Stuttgart. New York 2007, ISBN -13-978-3-7945, -2427-3

Einzelnachweise

Für Sangeeta-Marma-Yoga® ist beim HABM ( Harmonisierungsamt der Europäischen Union für für Binnenmarkt-Produkt) das europäische Wortmarkenzeichen unter der Nummer 009317884 registreiert worden und für Marma-Yoga® das europäische Wortbild-Markenzeichen 009337973 eingetragen.

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