Curriculum 
Marma-Massage-Weiterbildung
(Stand April 1997)



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Präambel

Ausgehend von der Tatsache, daß die Marmas des Körpers Wach- und Warnposten der Selbstorganisation des Menschen sind, die jeweils in speziellen Funktions- und Situastionskreisen eingebettet liegen, will die Marma-Partner-Massage durch die Einwirkung auf die Peripherie (Muskeln, Sehnen, Venen und Lymphgefäße) solcher biologischer Datenverarbeitungskomplexe ihre Rückkopplung mit den tieferliegenden Steuerprogrammen des menschlichen Organismus zwecks der Steigerung seiner autoregulativen Tätigkeit in Gang setzen. Dies bedeutet konkret die Berücksichtigung der besonderen Gewebs- und Zeitstrukturen der jeweils in der Massage angesprochenen Marmas.

Zielsetzung:

Die Teilnehmer sollen in ihrem speziellen Lebensbereich befähigt werden, Marma-Massage im Sinne der Gesundheitsprophylaxe kritisch anzuwenden. Dafür sind Grundkenntnisse der Prinzipien des Ayurveda, vor allem der 107 Marmas (lebenswichtige Bereiche), der 15 Dosas (Lebensprinzipien) und 20 Gunas (Empfindungsqualitäten) notwenig, sie müssen sowohl theoretisch als auch praktisch im wahrsten Sinne des Wortes be-griffen werden.

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§1 Zulassungsvoraussetzungen

§1.1 Personenkreis:

Der Weiterbildungslehrgang in Marma-Massage wendet sich vor allem an diejenigen Personen, deren berufliche Tätigkeit einen „hautnahen” Umgang mit Menschen beinhaltet. Sowohl alle Mitarbeiter im medizinisch-pschologischen Bereich, als auch alle in Gesundheits-, Pflege- und Fürsorgegebieten Tätigen werden hier angesprochen.

§1.2 Zugelassen werden
  1. Personen mit einem für eine körperorientierte berufliche Praxis auf dem Sektor der Gesundheitpädagogik oder der Heilkunde anerkannten Abschluß.
  2. oder Personen die seit drei Jahren auf diesem Gebiet zumindest nebenamtlich tätig sind und Grundkenntnisse über die Marma-Lehre erworben haben
  3. und ein Mindestalter von 21 Jahren erreicht haben.

§1.3. Eignungsprüfung

Bei der Erfüllung der Voraussetzungen unter §1.2. werden die Bewerber zu einem 20-minütigen Gespräch eingeladen, in welchem die Eignung für den Kurs durch den Leiter des Kurses und einem von der Prüfungskommission bestellten Beisitzer festegestellt wird.

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§2 Aufbau der Weiterbildung

§2.1. Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildung umfaßt ca. 12 WE mit insgesamt 200 UE, verteilt auf einen Zeitraum von ca 12 Monaten.

§2.2. Kosten der Weiterbildung

Die Kosten betragen 1.650,-- € (incl. aktuelle Skripten mit Fotos etc.)

§2.3. Teilnehmerzahl

Die Mindestteilnehmerzahl sind 8 Personen, die Höchstteilnehmerzahl 10 Personen.

§2.4. Ausbildungsort

Der Ausbildungort ist Jettingen bei Augsburg

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§3 Lehrgangsablauf und methodische Umsetzung

Der Unterricht findet ausschließlich in der Kleingruppe im ausgewogenen Theorie-Praxis-System statt. Die allgemeinen theoretischen Inhalte werden durch Kurzreferate vermittelt und mit anatomischen Bildern oder anderweitig graphisch veranschaulicht. Die Praxis beinhaltet zum Teil leichte Einzel- und Partnerübungen zum Test einzelner Marmas zur zusätzlichen Verdeutlichung der Empfindungsqualitäten (20 Gunas). Im Vordergrund steht das praktische Einüben der wesentlichen Einzelgriffe und Massageabläufe. Bei den Einzelgriffen wird besondere Sorgfalt auf die spezifische Bearbeitung der Marmas gelegt, bei den Massageabläufen die Beziehung der Marmas zu den Lebensprinzipien (Dosas) und Empfindungsqualitäten (Gunas).

Die Erfahrungen während der Praxis werden anschließend in Gruppengesprächen zusammengefaßt und anhand vertiefender Theorie wietergeführt, daraus ergibt sich der nächste Praxisabschnitt.

Von der Erfahrung am eigenen Körper ausgehend erfolgt für jeden Einzelgriff und Massageablauf genaue Anleitung und Korrektur. Dabei liegt die Hauptaufmerksamkeit auf der Verbindung der somatischen (körperlichen) und psychischen (seelisch/geistigen) Auswirkungen. Sowohl die Gefahr der „Mechanisierung” mit einseitigem technischen Blickwinkel als auch der „Vergeistigung” unter esoterischen Gesichtspunkten wird den ganzen Lehrgang hindurch im Auge behalten.

Im Geben und Nehmen mit Hand und Haut wird die Fähigkeit zu differenzierter Reflexion über das ayurvedische Empfindungsmuster der Dosas und Gunas so gelehrt, daß Beziehungsblockaden langfristig abgebaut werden können.

Nach jedem Wochenende werden die wesentlichen Lerninhalte und allgemeinen Gruppenerfahrungen von der Leitung anonym in einem Manuskript zusammengefaßt und mit weiterführenden inhaltlichen Details bereichert, so daß den Teilnehmern für Zuhause ein „roter Faden” zum selbständigen Einüben der Massagen zur Verfügung steht. Zur Lehrgangsmethode gehört ausdrücklich eine intensive häusliche Bearbeitung der theoretischen Inhalte und ausführliches Üben der Einzelgriffe und Massageabläufe - ohne dessen ein „be-greifen” im anfangs genannten Sinn nicht möglich ist.

§3.1. Richtziele:
§3.1.0. Einführung in Ayurveda

kurze Geschichte des Ayurveda
kurze Übersicht über die Grundprinzipien des Ayurveda

§3.2.0. Anatomische und physiologische Grundlagen der Massage, Vermittlung der wichtigsten Teilmassagen und Massageabläufe

Ausgehend von Begriffsdefinitionen werden Grundprinzipien von Marma-Massage, dazu gehört die genaue anatomische Beschreibung der wichtigsten Marmas und Grundkenntnisse über physiologische Abläufe im Zusammenhang mit denselben.

Auflistung der Teilmassagen, die vermittelt werden:
Hand-, Fuß-, Knie-, Ellenbogen-, Hüftgelenkmarmas
Fußsohlen/Handflächen-Muskel/Sehenmarmas
Waden/Unterarme Muskelmarmas
Oberschenkel/Oberarme - Blutgefäßmarmas
Bauchdecke-Blutgefäßmarma
Brustkorb-Muskel- und Blutgefäßmarmas
Zwischenrippen - Kreislauf
Schulterblätter - Knochenmarmas
Beckenschaufel - Knochenmarmas
Kreuzbein - Knochenmarmas
Gelenkmarmas: Handgelenk, Fußgelenk, Ellenbogen, Knie, Hüftgelenk, Schädelnähte, Augenbrauen
Muskelmarmas: Mitte der Handflächen, Mitte der Fußsohlen, Mitte der Waden, Mitte der Unterarme, Brustmuskelschnittpunkte
Sehnenmarmas: 3 Sehenstrukturen in der Hand und am Fuß, Oberschenkelsehne, Oberarmsehne, Achselbereich
Knochenmarmas: Schläfenbeine, Schulterblätter, Hüftschaufeln
Blutgefäßmarmas: Oberschenkel, Obberarme, Bauch, Brustkorb, Hals

Auflistung der Gesamtmassagen, die vermittelt werden: Kopf- und Halsentlastung - Gelenk/Blutgefäßmarmas
Rückenstärkung - Knochenmarmas
Brustkorbbelebung - Muskel/Blutgefäßmarmas

Quermassage:
Beine/Becken/Brustkorb - Kreislaufbelebung
Zwischenrippenmuskeln - Kreislaufbelebung
Sehenentlastung der Beine - Sehnenmarmas
Unter/Oberschenkel - Muskel/Blutgefäßmarmas
Hände-Arme-Entlastung-Sehnenmarmas
passive Beinbehandlung - Kreislauf

§3.2.1. Funktionelle Anatomie der 107 Marmas und ihre psychosomatische Bedeutung

Von der klassischen Anatomie ausgehend, werden über die ayurvedischen Eigenschaften der 20 Gunas „mit Hand und Fuß” Bezüge zu den psychischen Äußerungen der Marmas geschaffen. Die korrekte oder umgangssprachliche Bezeichnung der unterschiedlichen Stimmungen wird hinzugezogen.

§3.2.2. Wechselbeziehung von Marmas und Doshas in Theorie und Praxis

Es wird besonderer Wert auf das psychosomatische Wechselspiel der Marmas und Dosas in der Partnermassage mit dem Ayurveda-Feedback-System der 20 Gunas gelegt. Die Teilnehmer lernen die vorhandene Gesamtstimmung als Ausgangspunkt für die Art der Massage in Einzelempfindungen zu zerlegen und so z.B. die Atmung, Kreislauf, Verdauung etc. mit den Qualitäten auf der Haut, in den Muskeln und Sehnen etc. langfristig in Beziehung zu setzen.

§3.2.3. Herstellung der Massageöle

Ausgehend von der subjektiven Klassifizierung verschiedener Massageöle und anderer Massagesubstanzen werden einfache Herstellungsweisen aus dem Ayurveda theoretisch erläutert und einige praktisch ausgeführt.

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§4 Prüfungsbestimmung

§4.1. Prüfungskommission

Es wird die Prüfungskommission "Marma-Massage" gebildet, der die Dozenten der Marma-Massage-Weiterbildung und Vertreter des Fördervereins für Yoga und Ayurveda e.V. München angehören.

§4.2. Zulassungsvoraussetzung zur Abschlußprüfung

Voraussetzung zur Zulassung zur Abschlußprüfung ist der Nachweis der schriftlichen Zusammenfassung der Erfahrungen zu jedem Lehrgangsabschnitt.

§4.3. Abschlußprüfung

§4.3.1. Theoretischer Teil


Der theoretische Teil umfaßt eine schriftliche Prüfung (180 Minuten) über einen selbstgewählten Massageablauf und seine beabsichtigte Wirkungen.

§4.3.2 Praktischer Teil

Im praktischen Teil wird jeder Teilnehmer am gewählten Partner den beschriebenen Massageablauf ausführen. Ein Prüfer und ein Beisitzer beurteilen diesen in Form eines Kurzprotokolls. In einem dritten und letzten Prüfungsabschnitt erfolgt die Reflexion des Massageablaufs und die Reflexion unter den Beteiligten.

4.3.3. Prüfungswiederholung

Bei Nichtbestehen entweder des theoretischen oder des praktischen Teils kann die Prüfung zweimal wiederholt werden. Vor jeder Wiederholung muß eine Frist von 3 Monaten gegeben sein.
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§5 Abschlußzertifikat

Bei bestandener Abschlußprüfung bescheinigt das Zertifikat die Berechtigung zur Anwendung der Marma-Massage im Sinne der Gesundheitsprophylaxe und Nachsorge in der Rekonvaleszenz.

Verantwortlich für die Konzeption und Durchführung der Weiterbildung ist das Institut für Gesundheitspädagogik in München, das als Weiterbildungsinstitut mit der Fachhochschule München (Fachbereich Sozialwesen) eng zusammenarbeit.

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§6 Bewerbung

Wir bitten Sie, Ihre Bewerbung möglichst bald an die-

Zentrale des Fördervereins für Yoga und Ayurveda e.V.,
Weidener Str. 3,
81737 München

zu senden, zusammen mit den folgenden Unterlagen:
  • Lebenslauf
  • Schul-/Berufs-/Studiumabschlußzeugnisse (bitte nur Kopien)
  • kurze Beschreibung Ihres Interesses an diesem Lehrgang.

Bitte geben Sie zu Ihrer vollständigen Anschrift auch Ihre Telefonnummer und evtl. Fax Nr. und eMail-Adresse an.

Sollten Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an-

Herrn Herbert Wagner,
Unterer Angerweg 16,
89343 Jettingen/Scheppach,
Telefon/Fax 08225/2539,
e-Mail: hwagner@bnv-gz.de


homepage: http://www.marma-yoga.de

Die Kurse gehen von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 13 Uhr.
Die Kurstermine können im Institut für Gesundheitspädagogik erfragt werden oder direkt bei Herrn Herbert Wagner.

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