Presseerklärung des Fördervereins für Yoga und Ayurveda

Verantwortlich: Herr Dipl.Sozialwirt Harald Sommer 2. Vorsitzender und Herr Florian Hartlieb Gesundheitspädagoge (IPSG, freier Journalist) c/o Förderverein für Yoga und Ayurveda e.V. , Weidener Straße 3, 81737 München.


Münchner Volkshochschule und Yoga Forum München müssen Unterlassungserklärung abgeben: keine Diplome für Yoga-Lehrer

In einem Rechtsstreit vor dem Landgericht München I verpflichten sich die Volkshochschule und das Yoga Forum zur Unterlassung der rechts- und wettbewerbswidrigen Verleihung von Diplomen für Yoga-Lehrer. Geklagt hatte der Förderverein für Yoga und Ayurveda, dessen Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Rocque Lobo sich mit dem Ergebnis zufrieden zeigte.

In den vergangenen Jahren hatten die Münchner Volkshochschule und das Yoga Forum München unter Verstoß gegen Gesetzesvorschriften bei der Verleihung von Diplomen für Yoga-Lehrer zusammengewirkt. Nach dem Strafgesetzbuch und dem Erwachsenenbildungsförderungsgesetz dürfen Diplome aber grundsätzlich nur im Rahmen der akademischen Ausbildung verliehen werden. Geklagt gegen die ungesetzliche Praxis hatte der Förderverein für Yoga und Ayurveda, ebenfalls aus München (vertreten durch Rechtsanwalt Professor Vahrenwald), dem wegen der Diplomverleihung durch die Konkurrenz die Studenten davongelaufen waren. Peinlich für die Münchner Volkshochschule (vertreten durch die Kanzlei Nörr, Stiefenhofer, Lutz), die sich rühmt, die größte Erwachsenenbildungsinstitution der EU zu sein. Offensichtlich keine Ahnung von den gesetzlichen Vorschriften haben ihre Geschäftsführer Dr. Susanne May und Prof. Dr. Klaus Meisel, sowie Reinhard Bögle vom Yoga Forum München. Nach dem Gerichtsprotokoll vom 26. März verpflichtete sich die Volkshochschule unter Strafbewehrung, es zu unterlassen, für Kurse zu werben, deren Teilnehmer den erfolgreichen Abschluss durch ein Diplom nachweisen können, und das Yoga Forum München ging eine strafbewehrte Verpflichtung ein, keine Diplomkurse mehr anzubieten.

Außerdem erklärten die Vertreter der Volkshochschule München, bei der künftigen Verpflichtung von Dozenten keine Bewerber zu benachteiligen, die ihre Ausbildung bei dem klagenden Förderverein für Yoga und Ayurveda erhalten hatten. Der Förderverein hatte den Absolventen der von ihm veranstalteten Yoga-Lehrer Kurse keine "Diplome" verliehen, und deshalb befürchtete der Förderverein eine Benachteiligung seiner Studenten, die durch das Behinderungsverbot ausgeschlossen wird.

Kommentar aus der Sicht des Klägers von Prof. Dr. Rocque Lobo

Die Münchner Volkshochschule und das Yoga Forum München - zum Thema Zeugnis, Zertifikat, Diplom - Anerkennung durch einzelne Volkshochschulen, Landesverbände, Bundesverbände oder die GKV schützt nicht vor Strafe


Spätestens seit dem Jahre 2002 wurde bekannt, dass zwei Yoga-Lehrer-Ausbildungsinstitute in München das Münchner Yoga-Institut (MYI) und das Yoga-Forum München (YFM) Diplome als Abschlusszeugnisse an Absolventen ihrer Lehrer-Ausbildungen verleihen. Im nördlicheren Deutschland und in der Schweiz hat man auch den Titel „Diplom-Yoga-Lehrer“ eingeführt, (siehe World Association of Yoga und Villaret University). Doch dokumentieren diese Diplome keine Hochschulabschlüsse, sondern lediglich Lehrer-Titel in der „Welt des Yoga im Westen“, wie man sie nennt, und dieser Umstand sorgt umso mehr für Verwirrung in der Bildungslandschaft in Deutschland.

Das Faktum, dass die gesetzlichen Krankenkassen die beiden Münchner Yoga-Diplome als Zusatzqualifikation für Dozenten zu einer einschlägigen Grundausbildung mit Hochschulabschluss in primär präventiven Maßnahmen anerkennen, bei Teilnahme an welchen die Beitragszahler der GKV ihre Gebühren gem. §20 SGB V rückerstattet bekommen, gab Anlaß zu einer Klage auf Unterlassung beim Landgericht München Abteilung Industrie und Handel. Beklagt wurde die Münchner Volkshochschule als größte Volkshochschule Europas und das Yoga Forum München, die sich gemeinsam als Münchens größte Yoga-Schule gegenüber der Abendzeitung Anfang Februar 2007 bezeichnet hatten. Der Kläger war der Münchner Förderverein für Yoga und Ayurveda e.V. und sein Institut für Gesundheitspädagogik.

Am 26.03.2007 entschied das Landgericht München eindeutig zugunsten des Klägers: Die Münchner Volkshochschule GmbH verpflichtet sich, Ausbildungskurse für Yoga-Lehrer nicht zu bewerben, deren Ziel es ist, ein Diplom als Abschluss-Urkunde zu verleihen.

Als Begründung für das Verlangen des Gerichts nach einer unwiderruflichen Unterlassungserklärung durch die Münchner Volkshochschule GmbH, auf welche bei Zuwiderhandeln eine Sanktion steht, war §132a des Strafgesetzbuchs, wonach die Verleihung von Diplomen den Hochschulen in Deutschland vorbehalten ist. Die Anerkennung von Diplomen durch andere als Hochschulen gilt laut §132 des Strafgesetzbuchs als Amtsanmaßung und entsprechende Sanktionen stehen auch der Organisation ins Haus, die diesem Gesetz zuwiderhandelt.

Spätestens nach dieser Entscheidung des Landgerichts München geraten sowohl die Krankenkassen als auch die BAG (Bundes-Arbeits-Gemeinschaft) der Yoga-Lehrer-Verbände Deutschlands unter den Druck von Kultus- und Wissenschaftsministerien, für eine ordentliche Zertifizierung von Yoga-Lehrer-Ausbildungen durch den Deutschen Staat zu sorgen oder ihre Finger von solchen Bezeichnungen wie Zertifikat, Bachelor, Master oder Diplom-Yoga-Lehrer zu lassen, solange keine staatliche Genehmigung der Studien- und Prüfungsordnungen ihrer Lehrgänge und Bewilligung der Form ihrer Urkunden vorliegen.

Beispiele für die Brisanz dieser Problemsituation liefern die Zertifikate der BIYVD e.V. (B.K.S.Iyengar Yoga-Lehrer-Vereinigung Deutschlands). Durch welches indische Kultus- oder Wissenschaftsministerium sind diese Zertifikate zum „Junior Instructor“ oder „Senior Instructor“ anerkannt und was macht sie zu mehr als „Übungsleiter-Zeugnissen“ irgendeines hiesigen Sportvereins? Und wenn sie nach indischem Recht einem Hochschulabschluss gleich kämen, was keineswegs der Fall sein dürfte, wie steht es mit der Anerkennung dieser ausländischen Zeugnisse durch die Zentralstelle des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft in Deutschland, die für solche Anerkennungen eigentlich zuständig ist? Bei Berufsausübungen, welche die gesetzlichen Krankenkassen sich verpflichtet fühlen, gemäß §20 SGB V zu unterstützen, kann es sicherlich der Allgemeinheit in Deutschland nicht gleichgültig sein, wer die Anerkennung solcher ausländischen Zeugnisse vornimmt, die Zentralstelle des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft oder die gesetzliche Krankenversicherung.

Hier ist sogar noch eine Kampfansage des BIYVD e.V. in seinem Editorial in Yoga Abhyasa von Dezember 2006 zu verzeichnen: „Braucht die Yogaszene in Deutschland Yoga-Lehrer, zertifiziert von einer GmbH und Co KG im Saarland und der dazu gehörigen Industrie und Handelskammer?“ Wer diese Frage aufwirft und sie auch selbstherrlich beantwortet, muß damit rechnen, daß der Bumerang womöglich in aller nächster Zeit aus unerwarteter Richtung zurückkehrt. Das Editorial schreibt nämlich: „Der BIYVD e.V. und alle anderen führenden Yogaverbände meinen: so etwas brauchen unsere Mitglieder nicht! In der Bundesarbeitsgemeinschaft YOGA (BAG Yoga) arbeiten wir seit Oktober 2003 daran, Standards zu entwerfen, die die Fülle des Yoga ebenso wie das Bedürfnis nach gut ausgebildeten Lehrern vereinen. Dabei gelten die Ausbildungsrichtlinien des Iyengar-Yoga als wegweisend.“

Ungeziemend wenn nicht gar ungehörig erscheint vor dem geschilderten Hintergrund das Vorgehen derselben Redaktion von Yoga Abhyasa, wenn diese ihren 89 jährigen Guru unerlaubter-weise in Deutschland „Dr. B.K.S. Iyengar“ nennt. Insider wissen, das Iyengar selber sichin seinen 1987 veröffentlichten Memoiren rühmt, in der indischen Matricula-Prüfung im Jahre 1934 wegen mangelnder Englischkenntnisse durchgefallen und doch noch durch die Hilfe seines Hindu-Schutzgottes Vishnu ein weltberühmter Yoga-Artist geworden zu sein. Der Yoga Guru selber hatte seit Lebens immer akademische Titel abgelehnt. Doch seine Gefolgschaft in Deutschland benötigt diese Titel heute dringender denn je, um angesichts der harten Konkurrenz um die Zuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen hierzulande zurecht zu kommen.

So peinlich wie es auch sein mag, für die Yoga-Institutionen und Verbände, die sich gemeinsam mit den Krankenkassen an der Verleihung und Anerkennung solcher Urkunden in der Vergangenheit beteiligt haben, zuzugeben, dass ihr Vorgehen nach deutschem Recht rechtswidrig war und ist, so unangenehm ist es ihnen jetzt, wenn alle ihre Absolventen und Mitglieder erkennen müssen, dass das Führen solcher Titel auch für sie als Individuen und Privatpersonen strafbar ist. Da könnte der Schutz des BIYVD e.V. ebenso wenig ausreichen, um die Strafe zu verhindern, wie die Anerkennung eines Diploms durch die größte Volkshochschule Europas.

Durch den Bescheid des Landgerichts München ist es der Münchner Volkshochschule untersagt, die Yoga-Lehrer Ausbildungen einer externen Organisation durch Zusammenarbeit und Anerkennung zu bewerben, wenn diese externe Organisation unberechtigterweise „Diplome“ verleiht. Das gleiche gilt für andere öffentliche Einrichtungen. Daher sollten die Landesverbände der VHSen, der Deutsche Volkshochschulverband und die Krankenkassen den Bescheid des Landgerichts München ernst nehmen und politische Abstinenz bei den Berufsverbänden der Yoga-Lehrer Deutschlands üben.

Die indirekte Einmischung der gesetzlichen Krankenkassen bei der Gestaltung der Studien- und Prüfungsordnungen von Yoga-Lehrer-Ausbildungen in den diversen Yoga-Schulen mit ihrer strafbaren Anerkennung der Zertifikate und Diplome solcher Schulen könnte als Kompetenz überschreitende Amtsanmaßung im Sinne von §132 des Strafgesetzbuchs ausgelegt werden und ein Rattenschwanz von Komplikationen nach sich ziehen.

Ein weiterer Punkt der Unterlassungsklage war die Untersagung des Ansinnens der Münchner Volkshochschule gegen das Institut für Gesundheitspädagogik, dieses möge auf das shake-spear-Aktivierungstraing® als integrierter Bestandteil des Lehrplans seiner Marma-Yoga-Lehrer-Ausbildung verzichten, ansonsten würde die Münchner Volkshochschule keinen Dozenten mehr anstellen, der vom Institut für Gesundheitspädagogik ausgebildet wird. Vorausgegangen war die Kündigung von vier langjährigen Yoga-Dozenten der Münchner Volkshochschule lediglich wegen eines Vorschlags zur Einführung von Qualitätskontrollen für die Güte ihres Yoga-Unterrichts anhand des shake-spear-Aktiviergungstrainings®.

Da seit 1996 die Münchner Volkshochschule jedes Semester erneut ohnehin nur Yoga-Lehrer vom Yoga-Forum-München (YFM) angefordert hatte, konnte ihr Ansinnen auf Entfernung des shake-spear-Aktiviviergungstrainings® aus dem Lehrplan der Yoga-Lehrer-Ausbildung des Instituts für Gesundheitspädagogik leicht als Vorwand für eine Begünstigung des YFM entlarvt und ihr die Kündigung der Zusammenarbeit mit den vier Yoga-Dozenten mit Erfolg als Diskriminierung einer Markenware zugunsten anderer Markenwaren nämlich der vom BDY, des Dachverbands aller nicht-wissenschaftlich orientierten Yoga-Schulen und Yoga-Lehrer in Deutschlands und der des BIYVD e.V. angekreidet werden.

Während die Münchner Volkshochschule nämlich die Verwendung von Geräten im Yoga-Unterricht der Absolventen des Instituts für Gesundheitspädagogik anprangerte mit den Worten: „Inhalt der Kurse sollten klassische Yoga-Übungen sein, die ohne jegliche Geräte vorgenommen werden.... Als Dozenten dieser Kurse sollen unterrichten Yoga-Lehrer, die ihre Ausbildung bei unterschiedlichen Institutionen absolviert haben“, begünstigte sie gleichzeitig andere Yoga-Institutionen, die im Unterricht Geräte verwendeten. Zu diesen Institutionen gehört die B.K.S. Iyengar-Yoga-Vereinigung Deutschlands (BIYVD e.V.), die nachweislich seit spätestens Anfang 1986 aktiv als Vereinigung in München tätig ist, und deren Mitglieder in der Münchner Volkshochschule unterrichten. Im Unterricht dieser Dozenten der Münchner Volkshochschule wird nachweislich auch auf Geräte als ein integrierter Bestandteil des Unterrichts verwiesen, welches die Besonderheit des Iyengar-Yoga-Unterrichts ausmacht. Seit 1999 spätestens werden im großen Maßstab durch den Iyengar-Hilfsmittelversand in München die „Iyengar- Geräte auch vertrieben.

Während die Münchner Volkshochschule den klassischen Hatha-Yoga ohne Geräte verteidigt, bietet die Sebastian Kneipp Akademie aus Bad Wörishofen seit 2003 den Staby-Yoga als besondere Attraktion an. Dieser Yoga hat sich in der Volkshochschule Neustadt etabliert und der Kneipp-Bund vertreibt den STABY Trainings-Schwingstab und eine ganze Reihe anderer Hilfsmittel dazu aus eigener Produktion. Daneben wird der Flexi-Yoga in anderen Volkshochschulen in Bayern auch angeboten. In der VHS-Haar bei München und im Osten von München ist dieser Yoga mit Geräten im Angebot. Flexi-Yoga wird regelmässig von der Barmer Ersatzkasse und der Securvita-Krankenkasse besonders in München beworben. Das versteht man offensichtlich unter Wettbewerb im Gesundheitswesen bei den Krankenkassen und Volkshochschulen.

Mit ihrer lapidaren Erklärung zur Abstinenz von der Nutzung von Geräten im Yoga-Unterricht hat die Münchner Volkshochschule allerdings sich gegen die Politik des Bayrischen und des Deutschen Volkshochschulverbands gestellt. Diese Verbände bewerben nämlich seit geraumer Zeit die „zertifizierten Produkte“ des BDY e.V. und des BIYVD e.V..

Die Situation stellt jeden Bewerber um einen Ausbildungsplatz in einer Yoga-Lehrer-Ausbildungsstätte in Deutschland vor eine Zerreißprobe, und jeder Yoga-Übende in einer Volkshochschule, der als Konsument von Yoga-Büchern und Yoga-Hilfsmitteln angesprochen wird, sieht sich mit diesen Widersprüchlichkeiten im Bildungswesen und in Industrie und Handel konfrontiert. Hier wären die Hochschulen und die zuständigen Ministerien gefordert, für Ordnung zu sorgen.



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